Verkostung
Dienstag, 01 Mai 2007
Wie verkostet man eigentlich Rum? Dafür gibt es sicherlich kein Patentrezept. Denoch habe ich einmal einige Aspekte für die Verkostung hervorgehoben, die mir bei meinen Verkostungen wichtig sind.

Ambiente

Als erstes sollte für die Verkostung ein ansprechendes Ambiente geschaffen werden. Man sollte nicht durch allzuviele andere Einflüsse abgelenkt werden, insbesondere nicht durch andere Gerüche. 

Wer einmal den gleichen Rum in unterschiedlicher Umgebung, beispielsweise im Urlaub und dann im Anschluss zu Hause, verkostet hat, kann zu abweichenden Eindrücken kommen. Eine Verkostung ist also nicht nur vom Rum abhängig, sondern in gewissem Maße auch von den Rahmenbedingungen und insbesondere von der Stimmung, in der man sich gerade befindet.

Flasche

Als nächstes sollte man sich der Rumflasche, bzw. dem Etikett dieser Flasche, widmen. Leider enthalten manche Etiketten so gut wir gar keine Informationen, auf Anderen findet sich hingegen eine Vielzahl nützlicher Informationen. In der Regel bekommt man auf dem Etikett Informationen über den Namen der Destillerie, das Herkunftland, das Alter des Rums und vielleicht noch über die Destillationsmethode oder die Art der Reifung. Was man auf jeden Fall auf jeder Rumflasche findet, ist der Alkoholgehalt. Mit all diesen gewonnen Informationen kann man sich schon besser darauf einstellen, was einen letztendlich für ein Rum erwartet.

Das Tasting-Glas

Wichtig für den perfekten Rumgenuß ist das passende Glas.  Zum Verkosten eignen sich besonders Cognac Schwenker oder auch Weißweingläser. Darin kommen die Aromen gut zur Geltung. Nett aussehen, aber für eine Verkostung meiner Meinung nach weniger geeignet sind Tumbler. Wenn man allerdings seinen Rum gerne mal auf Eis trinkt, machen sie sich auch ganz gut.

Die eigentliche Verkostung

Bei der eigentlichen Verkostung sollte man in drei Schritten vorgehen.

Zum Start sollte man sich ein wenig Rum ins Glas einschenken und seine Farbe betrachten. Dazu das Glas am besten gegen das Licht halten und es ein wenig schwenken. Leider sagt bei vielen Rumsorten die Farbe nicht so viel über den Rum aus, da sie maßgeblich durch die Zugabe von Farbstoff beeinflusst wird.

Der nächste Schritt ist es, die Aromen aufzunehmen. Wenn man dem Rum ein Tröpfchen Wasser beimengt, entfalten sich die Aromen noch besser. Welche Aromen setzt der Rum frei? Meist sind es eine ganze Menge, die man oft gar nicht auf einmal zuordnen kann. Macht nichts, nimm Dir Zeit und genieße einfach die vielfältigen Aromen des Rums.

Jetzt endlich soll der Rum natürlich auch probiert werden. Auch hier sollte man sich Zeit nehmen und den Rum in kleinen Schlückchen genießen.

Oft kann man nicht genau zuordnen, was man gerade riecht oder schmeckt. Und wenn ich mal in einige professionelle Verkostungsnotizen schaue, bin ich auch immer wieder verwundert, welche Aromen so mancher Rum alle hat. Eine gute Hilfe für die eigene Verkostung ist es, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Aromen es alles gibt. Dazu kann man beispielsweise einen Blick auf vorhandene Verkostungsnotizen werfen.

Abschliessend möchte aber noch darauf hinweisen, dass doch eigentlich das Wichtigste ist, dass einem der Rum schmeckt. Natürlich ist es schön, wenn man den Geschmack und das Aroma in Worte fassen kann, aber man muss auch nicht übertreiben und den Rum in jegliche Geschmackskomponenten zerlegen.

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 01 Mai 2007 )