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Zuckerrohr Drucken
Samstag, 17 Juni 2006

Rum wird in der Regel auf Basis von Zuckerrohr gewonnen. Das Zuckerrohr bildet somit die wichtigste Grundlage für die Herstellung von Rum. Grund genug, sich als Rumliebhaber dieser Pflanze aus der Familie der Süßgräser zu widmen.

Die Zuckerrohrpflanze ist eine der 12 verschiedenen Arten der Gattung Saccharum. Zuckerrohr (botanisch Saccharum officinarum) gehört zu der Familie der Süßgräser (botanisch Poaceae). Süßgräser sind weltweit in allen Klimazonen vertreten und umfaßen ungefähr 9000 verschiedene Arten. Typische Vertreter neben dem Zuckerrohr sind beispielsweise Getreidesorten wie Gerste und Hafer, aber auch Reis, Bambus und Mais.

Zeichnung einer Zuckerrohrpflanze
Zeichnung einer Zuckerrohrpflanze (um 1880, Quelle: Wikipedia, Public Domain)

Beschreibung

Im Vergleich zu anderen Pflanzen aus der Gattung der Süßgräser ähnelt Zuckerrohr am ehesten dem Bambus. Die Zuckerrohrpflanze wird bis zu 5 Meter hoch und ihre je nach Sorte grünlichen bis bräunlichen Halme können  einen Durchmesser von bis zu 5 cm erreichen. Die Halme bestehen aus 10 bis 40 Zwischenstücken, den Internodien, die auf 2/3 ihrer Länge aus süssem Mark bestehen. Dieses Mark ist der aus wirtschaftlicher Sicht interessante Teil der Pflanze. Die Blätter des Zuckerrohrs können bis zu 2 Meter lang werden. Die Blüten sind behaart und stehen in dichten Rispen beisammen. Das Zuckerrohr ist eine einkeimblättrige Pflanze und kann ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen

Zuckerrohr und Zucker

Bei der Verwertung von Zuckerrohr sind nur die Halme von Interesse. Der Zuckergehalt von Zuckerrohr beträgt in der Regel zwischen 17 und 20 Prozent. Die Vermehrung von Zuckerrohr geschieht durch Triebe aus den Wurzeln.

Warum aber besteht Zuckerrohr unter anderem aus Zucker? Die meisten Pflanzen lagern Saccharose in Form von Stärke ein. Zuckerrohr, und übrigens auch Zuckerrüben, produzieren zum einen sehr viel Saccharose und lagern es zum anderen unverändert in ihren Zellen ein. Da der Zucker in den Stengeln zu finden ist, werden auch nur die Stengel, nicht aber die Blätter weiterverarbeitet.

Bild einer Zuckerrohrpflanze
Zuckerrohrpflanze im Kew Garden in London (Quelle: Wikipedia, Public Domain, Fotograf: Adrian Pingstone)

Anbau

Zuckerrohr wächst in vielen tropischen und subtropischen Gebieten der Erde, wie beispielsweise Südamerika und der Karibik, aber auch in Südostasien wie beispielsweise in Indien, China oder Thailand. Voraussetzungen für ein gutes Wachstum sind Temperaturen von 25-28 Grad Celsius und regenreiche Sommer. Unter diesen Bedingungen gedeiht Zuckerrohr sehr gut und kann nach wenigen Monaten geerntet werden.

Der eigentliche Anbau von Zuckerrohr geschieht über Stecklinge. Diese werden in Reihen auf den Plantagen gepflanzt und treiben nach wenigen Tagen aus, so dass neue Halme entstehen. Je nach Klima kann nach 10-20 Monaten  geernet werden. Einige Zuckerrohrsorten können nur noch ausschließlich über Stecklinge vermehrt werden, da sie keinen fruchtbaren Samen bilden.

Die Ernte des Zuckerrohrs ist auch heute noch sehr mühsam. Meist wird von Hand geerntet. In manchen Gegenden werden die Zuckerrohrfelder aber auch abgebrannt, da aus wirtschaftlicher Sicht nur die Halme, nicht aber die Blätter interessant sind und so die anschließende Ernte vereinfacht wird. Dies ist aber aus ökologischen Gesichtspunkten bedenklich. Eine weitere Alternative sind Erntemaschinen, die aber noch eher selten eigesetzt werden. Das Zuckerrohr treibt nach der Ernte erneut aus, so dass nach ungefähr einem weiteren Jahr die nächste Ernte durchgeführt werden kann. Die Nutzungsdauer beträgt  je nach Region 2 bis 5 Schnitte.

Bild einer Zuckerrohrpflanze
Bild einer Zuckerrohrpflanze (Quelle Wikipedia, Public Domain, Fotograf: Forest Starr & Kim Starr )

Geschichte

Die Ursprünge des Zuckerrohrs werden in Südost-Asien vermutet. Häufig genannt werden in diesem Zusammenhang die Länder Indien, China, Polynesien oder Neuguinea. Von Südostasien aus trat das Zuckerrohr seine Reise durch die Welt an. Schon vor über 10000 Jahren wurde Zuckerrohr in Südostasien domestizert. Zucker und vergorene Zuckergetränke wurden erstmals um 350 v. Chr. in Indien aus Zuckerrohr hergestellt. Im 7. Jahrhundert n. Chr. kam das Zuckerrohr schließlich durch die Mauren nach Europa und um diese Zeit wurde auch Zucker in Europa produziert. Um 1450 wurde Zuckerrrohr auf den Kanaren und Madeira angebaut, bevor das Zuckerrohr Ende des 15. Jahrhunderts seine Reise in die "neue Welt" antrat. Durch die dort entstehende Plantagenwirtschaft mit all ihren negativen Erscheinungen wie Sklavenhandel wurde immer mehr Zuckerrohr angebaut und immer mehr Zucker und natürlich auch Rum wurden produziert.

Die Ära des Zuckerrohrs endete 1887. In diesem Jahr erfand Franz Karl Achard ein Verfahren zur Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben. Damit nahm insbesondere in Europa die Bedeutung des Zuckerrohrs zur Herstellung von Zucker ab. Dies ist, obwohl Rohrzucker auf dem Weltmarkt sehr günstig ist, auch heute der Fall, da Rohrzucker aufgrund hoher Einfuhrzölle in der EU nicht mit dem Rübenzucker konkurrieren kann.

Ungefähr 55 Prozent der weltweiten Zuckerproduktion werden heute durch Zuckerrohr gedeckt. Das entspricht schätzungsweise 65 Millionen Tonnen Zucker jedes Jahr. Die restlichen 45 Prozent werden aus Zuckerrüben hergestellt.

Zuckerrohr und Rum

Man muss sich im klaren sein, dass der Zuckerrohranbei fast ausschließlich zur Zuckergewinnung dient und die Melasse zur Rumproduktion nur ein Nebenprodukt ist. Zuckerrohr zur Produktion von Rum wird nur in sehr wenigen Fällen angebaut und dann in der Regel, um Rum aus frischem Zuckerrohrsaft herzustellen.

Dennoch hat der Zuckerrohr Einfluss auf den Rum. Von Gegend zu Gegend werden zahlreiche, unterschiedliche Arten des Zuckerrohrs angebaut. Aber auch auf einer Plantage werden meist mehrere Sorten Zuckerrohr angebaut. Zudem wird der Zuckergehalt durch Klima und Bodentyp beeinflusst.

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 01 Mai 2007 )
 
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